INSELJAHRE – Als Lesebuch: Tagesmotto 12/15/2020 … Just two Years on WordPress

Liebe Freunde,

nach zwei Jahren Berührungen mit WordPress ist es wohl an der Zeit eine erste Bewertung dieses öffentlichen Mediums vorzunehmen.

Etwas blauäugig hatte ich vor zwei Jahren begonnen einige ausgewählte Texte meiner inzwischen sehr umfangreich gewordenen INSELJAHRE dort auf einen eigenen Blog zu stellen. Dazu hatte ich umfassend erläutert, aus welchen Gründen ich dabei zunächst uneigennützig publiziere. Ich hatte nämlich auf Reaktionen gehofft und auf manchen Austausch mit Leserinnen und Lesern, dann gern auch mit anderen kritischen Autoren.

Zeitweilig waren es über sechzig bereits „druckfertige“ Beiträge, die ich oft sehr mühsam umformatieren und vollständig neu korrigieren mußte, bis sie leidlich in das WordPress-Schema paßten. Es war in der Tat eine heillose Arbeit. Die meisten der Texte sind verfügbar gehalten.

Was ist danach passiert?

Immerhin vier Menschen habe sich für diese persönliche Seite von Anfang an als „Follower“ engagiert. Sie werden als solche auch über jeweils neue Texte informiert. Follower sind lediglich zwei aus dem engsten Freundeskreis, ein weiterer ist Familie. Einer kommt aus der Literaturszene. 75 Prozent der Follower sind weiblichen Geschlechts, was immer das bei der sehr kleinen Stichprobe besagt. Meine Texte als lesenswert empfunden, also „geliked“, hat von diesen Personen bisher niemand. Auch „geteilt“, also an andere Leser zwecks erhoffter Multiplikation weiter versandt, wurde kein einziger. Dabei ist es seit zwei Jahren geblieben.

Einige Ansprache bekam ich aber von zunächst anonymen Lesern, darunter waren immerhin auch einige Likes. Ein persönlicher Schriftverkehr hat sich bald aber nivelliert. Aus mehr als dreißig Ländern, weit über die Welt verteilt, wurden etwa Tausend Mal verschiedenste Seiten angeklickt und meist dann auch besucht. Ob dabei auch gelesen, das ist nicht ersichtlich. Es geschieht dabei natürlich anonym. Ich weiß deshalb nicht, ob darunter mehr spontane als eher treue Leser sind.

Wie gesagt, meist erfolgte dabei keinerlei von mir bemerkbare Reaktion. Unter strahlender tropischer Sonne tappe ich diesbezüglich also weiterhin im Dunkeln. Da steh‘ ich nun, ich armer Thor . . .

Wie gehe ich damit um? Wie verfahre ich weiter?

Mein Motto war von Anfang an, mich weder aus kommerziellem noch aus narzisstischem Interesse heraus den zunehmenden Widrigkeiten der Kulturindustrie auszusetzen. Publizieren um jeden Preis kommt in meinem Fall nicht in Frage. Weiterhin bleibt das mittlerweile auf mehr als dreißig Bände angewachsene Schreibprojekt der INSELJAHRE in einem bearbeiteten Zustand, ein lebenslanges Projekt, das man als eine Konsolidierung aus zahlreichen vorkorrigierten, fast „druckreifen“ Manuskripte betrachten könnte. Insgesamt dürfte es sich um mehr als 12.000 Druckseiten handeln. Dabei nehmen allein die vier Bände des akut bearbeiteten „Ulysses – Wanderer ohne Ziel“ bzw. „Ulysses – Heimkehr in ein fremdes Land“ als mein zweiter autobiografischer und zeitgeschichtlicher „Montage-Roman“ vermutlich am Ende 2.200 Seiten ein. Ich stehe damit in der Schlussphase, die sich erfahrungsgemäß allein werkstattmässig aber noch lange hinziehen kann.

Solche umfangreichen Texte können an diesem Platz nicht vollständig, und wenn, dann nur in Auszügen, wie bereits andere Titel ansatzweise vorgestellt werden.

Ein Fazit?

Viele meiner Texte stehen bereits seit langer Zeit öffentlich in WordPress, verbunden mit den oben genannten Reaktionen. Eine wesentliche quantitative Erweiterung der Schar der Leser zeichnet sich seit einiger Zeit nicht ab. Auch qualitativ wird sich so lange an dieser Situation nichts ändern, solange einige von Euch nicht „Liken“ oder „Teilen“, damit sich hierbei etwas im einem schriftstellerischen Sinne bewegen kann.

Denkt man nur an die jeweilige Verdoppelung eines Reiskorns auf den Feldern eines Schachbretts, so könnten bereits vier Follower eine gewisse Dynamik in Gang bringen.

Zugleich aber bereue ich die von mir bisher geleistete Arbeit nicht. Sie hat mir neue Erfahrungen in mancherlei Hinsicht vermittelt, und sie mag dazu beitragen, dass ich weiterhin energisch schöpferisch tätig sein möchte – aber nicht hinreichend engagiert auf diesem mir ganz offensichtlich verbauten Weg.

Das Verfassen von jedweder Literatur war schon immer ein hartes Brot für die allermeisten Autoren. Einmal muss ich glücklicherweise nicht von ihr leben (wie auch?), zum anderen wüsste ich weiterhin keine sinnvollere Beschäftigung als eben das Schreiben – egal ob es danach jemand liest oder nicht. Und weil es oft genug etwas kritisch daherkommt, habe ich vollstes Verständnis dafür, dass die Mehrheit der Angesprochenen sich trotz „Lockdown“ und den sichtbaren gesellschaftlichen Änderungen in Richtung gesetzlich verordneter bürgerlicher Passivitäten, lieber bevorzugt mit ihrem eigenen Ding, auch lieber mit reiner Unterhaltung und nicht mit den Hintergründen und menschlichen Motiven literarischen Schaffens eines fernen Robinsons auf seinem Reisfeld beschäftigen mögen. Das alles gilt, als kritische Reaktion für einen großen Teil der Angesprochenen.

But remember: The Blues must go on!

Und Tschüss!

Es grüßt herzlichst zum Jahreswechsel

Euer Felix Kusch

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